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fronkschnonk, 20.07.2012 13:08 |
280 Posts,
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#1
... 20.07.2012
... so zwischen 12:26 und 13:50 Uhr
... neu!
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» reply
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fronkschnonk
TLO-loge
25.913 Punkte, Rang:
Nautilus
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Post wurde zuletzt am 22.07.2012 um 19:12
Uhr von fronkschnonk editiert. Der alte Haxx0r!
Dafuq is this Thread?
Da ich grad einen Grund brauche, mich vor meiner Hausarbeit zu drücken, erstelle ich heute einmal diesen "Frag einen... Theologen"-Thread, was ich sowieso schon längst mal tun wollte ;)
Thread-Konzept
Ich bin der "Experte" zu theologischen Themen. Wenn du eine Frage zu Religion, Gott, Jesus, der Bibel, der Kirche, Luther usw. usw. hast, dann poste einfach deine Frage. Es darf gern auch kritisch sein (aber bitte höflich) - vielleicht kommen ja ein paar interessante Diskussionen zustande.
Gestellte Fragen und meine Antworten werde ich dann mit der Zeit auch in den Startpost einbinden.
Zu mir
Ich studiere evangelische Theologie im 8. Semester und interessiere mich im Studium besonders für Systematik (aka Theologie auf philosphisch oder auch umgekehrt) und für Kirchengeschichte.
Bitte erwarte von mir keine allzuhohe Bibelfestigkeit. Das Buch ist zwar nicht ganz unwesentlich in meinem Studium (^^), aber sollte meiner Ansicht nach nicht für sich stehen.
Spezialwissen habe ich zur Zeit auf den Gebieten: Todes/Seelen/Jenseitsvorstellungen; Katharer (insb. Albigenserkreuzzug); Theodizée-Frage; Friedrich Schleiermacher; Hermeneutik
Warum so ein Thread?
Zum einen einfach so, weil ich gern über solche Themen diskutiere. Zum anderen aber auch, weil es mich immer mal wieder annervt, wie undifferenziert und pauschalisiert das Christentum oder auch Religion im Allgemeinen von vielen wahrgenommen und auch verurteilt wird.
Oft werden Schlüsse gezogen, Annahmen für unumstößlich richtig genommen, die nur einen kleinen Teil der Realität ausmachen.
Um solchen Vorurteilen entgegen zu wirken, möchte ich dir meinen Sachverstand anbieten :)
PS: Bevor hier jemand mit den Forenregeln um die Ecke kommt, von wegen keine Religion und so: Ich hab Kafus erlaubnis für einen derartigen Thread und ihr könnt euch sicher sein, dass es hier nicht darum geht Menschen zu meiner Weltanschauung oder meinem Glauben zu bekehren, sondern darum, Missverständnisse auszuräumen und zu informieren.
Ohne verschiedene Perspektiven auf die Welt wäre das Leben schließlich reichlich langweilig und man kann von anderen Blickwinkeln eigentlich so gut wie immer auch noch was lernen :)
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Die Fragen/Themen (+Diskussionsverläufe)
Zu mir
iloveyou: Wieso glaubst du an Gott ?
fronkschnonk: Also, wieso glaube ich an Gott?
Das ist nicht leicht zu beantworten. Letztendlich kann ich nicht genau sagen woher das kommt. Es ist auch nicht so, dass ich nicht auch mal zweifeln würde. Dennoch sind es wohl meine Erfahrungen, die ich in der christlichen Gemeinschaft gemacht habe, die mich dazu veranlassen an Gott zu glauben. Eben meine Erfahrungen mit Gott, mit der Gemeinschaft in Christus mit anderen Menschen.
joni19196: warum hast du dich für ein theologiestudium entschieden
fronkschnonk: Das war eigentlich relativ unspektakulär. Einerseits habe ich mich einfach schon immer sehr dafür interessiert (gerade für die systematischen Fragen) und während meines Abis gemerkt, dass Naturwissenschaften mich nicht mehr so sehr reizen.
Andererseits war das Fach in gewisser Weise ein Kompromiss: Ich hätte auch gern Geschichte, Germanistik und Philosophie studiert und erfreulicherweise kommt das alles in der Theologie nicht ganz unwesentlich vor :)
RedButton: 1. An welcher theologischen Fakultät studierst du Theologie, bzw. an welchen hast du schon studiert?
2. Welche Theologen/ Theologinnen sind deine Vorbilder, bzw. mit welchen theologischen Ansätzen kannst du dich am Besten definieren? Gegenwart und Vergangenheit. (u.a. vermutlich F.D.E. Schleiermacher)
(...)
4. Konservativ oder liberal?
(...)
6. Bist du in einer kirchlichen Organisation aktiv, z.B. der ESG?
fronkschnonk: @RedButton
Studienort?
Ich studiere an der Theologischen Fakultät in Rostock.
Vorbilder
Schleiermacher hast du schon richtig erwähnt.
Sehr eindrucksvoll finde ich auch das Werk von Tillich, auch wenn ich mit ihm nicht in allem übereinstimmen würde.
Jüngel ist mir immer wieder sehr sympathisch, nur vielleicht manchmal etwas zu harmoniesüchtig ;)
Dann gibts da noch 2 Profs an meiner Fakultät, die ich sehr schätze: Philipp Stoellger, der einfach nur ein genialer Kopf ist und mMn das Potential hat, einer der nächsten ganz großen Namen in der Theologie zu werden. Und Andreas Kubik-Boltres, der mir Schleiermacher nahe gebracht hat und es versteht vermeintlich gegensätzliche Standpunkte integrativ nebeneinander stehen lassen zu können.
(...)
konservativ/liberal
zweiteres, as i said :)
(...)
in der Kirche aktiv?
Ich bin in der ehrenamtlichen Jugendarbeit und in Gremien der Jugendvertretung meiner Landeskirche aktiv.
Kann ich meinen Senf dazu geben?
Juliet: Kleine Frage, ist das hier sozusagen dein Thread^^, oder darf man sich auch in die Diskussionen einklinken, wenn man mag?
JB: Ich glaube man darf sich mit "einklinken"
fronkschnonk: @Juliet
Ich mag Klinken :)
Mein Thread bleibt es aber dennoch, was aber nicht heißt, dass andere Meinungen/Beiträge/whatever nicht willkommen wären. Solange hier alles sachlich und höflich bleibt, sehe ich da kein Problem.
Wieso wurden meine Fragen übersprungen?
iloveyou: wieso wurden meine fragen einfach übersprungen ? :(
fronkschnonk: @iloveyou
Du wurdest nicht übersprungen. Ich gehe nach Reihenfolge vor, führe aber einmal angefangene Gespräche auch schon weiter. Wenn ich also auf einen Post nach deinem reagiere, dann nur weil in ihm eine direkte Antwort auf einen Post vor deinem enthalten ist.
Was ist nach dem Tod?
IAmFromAustria: Was passiert dMn nach dem Tod?
Ich meine:
Kommen wir in eine Art parallel-Welt (Himmel, Limbo, Hölle, etc.)
Können wir uns an das, was hier auf der Erde passiert ist erinnern?
Hat unser Leben Hier auf der Erde auswirkungen auf das, was danach kommt?
Mir ist natürlich klar, dass du mir diese Fragen nicht richtig beantworten kannst, aber ich möchte gern die Meinung eines Theologen hören.
fronkschnonk: Wie du schon richtig erkannt hast, kann ich dir natürlich keine abschließende Antwort geben, aber durchaus ein bisschen was dazu erzählen.
Bei der Jenseitsvorstellung des Christentums, ist es wichtig zu wissen, woher so die Denktraditionen kommen. Da gibt es zwei wesentliche bereits vor dem Christentum:
1) Platonisches (oder auch sokratisches) Verständnis
Platon ging von der Unsterblichkeit der reinen Seele aus, die Zeit des irdischen Lebens an den sterblichen unreinen Körper gebunden war. Der Körper war demnach ein unheilvolles Gefängnis für das höhere geistige Wesen des Menschen. Das hat auch zur Folge, das der Tod als Befreiung vom Körper sogar zu begrüßen ist. Hiervon hat sich im wesentlichen die christliche Vorstellung von der guten unsterblichen Seele und dem sündigen sterblichen Fleisch (aka Körper) abgeleitet.
(Augustin hat das später noch verkompliziert und ganze 4 verschiedene Todesarten unterschieden, abre das führt hier zu weit ^^).
Nach dieser hellenistisch beeinflussten (oder "platonisch verdorbenen" wie einer meiner Profs gern sagt ^^) Tradition lebt die Seele nach dem Tod weiter und wird dann am jüngsten Tag gerichtet - wie auch immer das aussehen mag, um letztendlich in den Himmel zu kommen.
Fegefeuer und Hölle werden inzwischen nicht mal mehr von der katholischen Kirche vertreten.
2) Biblisch-jüdische Tradition
Hier wird es für unser europäisch, hellenistisch geprägtes Denken schwierig. Die alten Hebräer hatten kein klare Unterscheidung zwischen Seele und Körper. Es gibt zwar Begriffe, die sich entweder eher als Körper oder Seele übersetzen lassen, aber im Grunde wird damit immer nur ein Aspekt des Wortes übersetzt.
Der typische mit "Seele" übersetzte Begriff nefesch meint eher soviel wie "Lebenskraft" oder "Hauch"/"Odem" und damit den ganzen Menschen, sowohl in seiner seelischen als auch seiner körperlichen Gestalt (ohne dass diese Differenz dabei aufgemacht wird). Dementsprechend sind Körper und Seele nicht zu trennen, weshalb Tod auch immer ganz Tod bedeutet (stirbt das eine, stirbt auch das andere).
Leben wird im AT (=altes Testament) als in Beziehung zu Gott stehen dargestellt. Tod heißt also das Gegenteil: die absolute Beziehungslosigkeit. Deshalb war es im frühen Judentum auch Ziel, ein gutes und gottgefälliges Leben zu führen, nicht auf ein Sein nach dem Leben abzuzielen.
Diese Tradition haben sich Theologen des 19. und besonders des 20. Jh. wieder zueigen gemacht. Entsprechend haben sie die hellenistischen Einflüsse im Christentum analysiert und verworfen und in Bezug auf die biblische Tradition des Ganztodthese entwickelt:
Stirbt ein Mensch (oder Christ?), stirbt er ganz - Seele und Leib. Von hier aus scheiden sich aber wieder die Geister, denn die Frage bleibt, wie man die Wiederauferstehung jetzt da mit reinkriegt.
Eine Variante ist zu sagen, dass eine ganze, vollkommene Auferstehung ja nur stattfinden kann, wenn der Mensch auch wirklich ganz Tod war. Dementsprechend gäbe es dann eine Auferstehung irgendwann nach dem Tod (z.B. am jüngsten Tag) und dann ein "Leben im Himmel" - wie auch immer das aussehen mag.
Ich tendiere eher zu der Variante, das ganz Tod nicht nur komplett, sondern auch endgültig Tod meint. Die Rede von Himmel, Auferstehung usw. würde ich eher als Metaphern sehen für etwas, was bereits im Leben (und nur da, denn nach dem Tod ist nach dieser These nichts mehr) stattfinden kann. Das heißt, der Mensch wird mit der Taufe oder vielleicht auch nur mit dem Glauben an Gott/Jesus/Kreuz wiedergeboren und lebt weiter im Zustand der Rechtfertigung seiner Sünden und hat sozusagen den "Himmel auf Erden" bzw. ist dazu angehalten ihn zu schaffen.
Neworld:fronkschnonk:
Ich tendiere eher zu der Variante, das ganz Tod nicht nur komplett, sondern auch endgültig Tod meint. Die Rede von Himmel, Auferstehung usw. würde ich eher als Metaphern sehen für etwas, was bereits im Leben (und nur da, denn nach dem Tod ist nach dieser These nichts mehr) stattfinden kann. Das heißt, der Mensch wird mit der Taufe oder vielleicht auch nur mit dem Glauben an Gott/Jesus/Kreuz wiedergeboren und lebt weiter im Zustand der Rechtfertigung seiner Sünden und hat sozusagen den "Himmel auf Erden" bzw. ist dazu angehalten ihn zu schaffen.
Also diese Aussage ist doch schon sehr atheistisch, wenn ich sie korrekt verstehe.
Du "glaubst" also nicht an ein Leben nach dem Tod.
Für mich ist das, mit der Möglichkeit zu vergeben und Vergebung zu erlangen, die wichtigste Eigenschaft des Christentums, bzw. man könnte es als Axiom für das Christentum sehen.
Ohne den Glaube an ein Leben nach dem Tod, könnte das Christentum auch eine Lebensphilosophie sein mit dem Glauben an eine übernatürlich Kraft, welche auch in den Alltag eingreifen kann.
Was denkst Du passiert mit uns, wenn wir sterben, bzw. bevor wir geboren sind? Sind wir nichts? Wie fühlst Du dich, wenn du daran denkst, dass du einmal nichts sein wirst?
Für mich ist das nicht vorstellbar.
Deepdead: Sehr schön gesagt, Neworld.
Lieber glaube ich an ein "unwissenschaftliches" Leben nach dem Tod, als mich mit der Möglichkeit abzufinden, dass wir einfach ins Nichts verschwinden.
Was hab ich zu verlieren? Wenn ich an Gott glaube und Gott existiert, komme ich in den Himmel. Wenn ich an Gott glaube und Gott existiert nicht, habe ich nichts verloren.
...hat auch mal ein Philosoph gesagt. ;)
Ich glaube nicht, dass Gott irgendwie in diese Welt eingreift. Ich glaube eher, dass diese Welt ein Test ist, für das Eigentliche Danach. Was denkt ihr darüber?
fronkschnonk: @Neworld und Deepdead
Ich musste mir das in letzter Zeit schon öfter anhören, dass es atheistisch sei, nicht an ein Leben nach dem Tod zu glauben ;) . Bisher wurden mir dafür aber noch keine schlüssigen Argumente geliefert.
Ich finde, dass sich die christlichen Grundpfeiler durchaus auf das Leben im Diesseits beziehen lassen. Vergebung/Rechtfertigung, Nähe/Beziehung zu Gott/Christus/heiligem Geist, Gemeinschaft der Christen - für das alles braucht es mMn nicht noch ein zweites Leben.
Wieso sollte das Christentum ohne den Glauben an ein Leben nach dem Tod "nur" eine Lebensphilosophie sein? Es gibt ja durchaus Philosophien, die ein Leben nach dem Tod beinhalten (siehe Sokrates) und dagegen gibt es das Judentum, in dem es ein Leben nach dem Tod nicht gibt (das ist jetzt sicherlich pauschalisiert, aber ich gehe von einem AT-Judentum aus).
Ich kann mir auch nicht vorstellen "tot sein" denn sein soll - das ist nunmal eine Unmöglichkeit des menschlichen Denkens. Aber irgendein Leben nach dem Tod ist für mich genauso schwer vorstellbar. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich an diesem Punkt für mich noch zu keinem Schluss gekommen bin, deshalb tendiere ich ja auch nur zu dieser Variante ;)
Das Leben als einen Test anzusehen lässt sich nicht mit meinem Gottesbild vereinbaren. Was soll denn da bitte getestet werden? Kann man da durchfallen? Wenn ja, was passiert dann mit mir nach meinem Tod?
Wenn Gott wirklich das diesseitige Leben nur als leidvolles Vorbereitungsspiel eingerichtet hätte, um dann entsprechend meiner "Leistung" mich nach meinem Tod in ein Paradies aufzunehmen oder auch nicht, dann könnte ich ihn nicht mehr als den gütigen, liebenden Gott betrachten, sondern eher als (entschuldigt bitte) ein Arschloch, von dem sich abzuwenden die richtige Konsequenz wäre.
Die von Deepdead angesprochene Wette (ich hab leider den Namen des Philosophen vergessen) empfinde ich eher als eine ziemliche Heuchelei. Wenn ich aus so nutzenorientierten Gründen glaube, glaube ich dann wirklich oder hoffe ich nur, das beste für mich rauszuschlagen?
Hmm... ich hoffe das klang jetzt nicht zu heftig ;)
Weder kann noch will ich ein Leben nach dem Tod ausschließen. Nur passen für mich die Konsequenzen dieser Variante nicht ins Bild.
NichtHurz: Noch kurz etwas zu der Sache von wegen Philosophie und Leben nach dem Tod:
Viele der antiken Philosophen haben irgendwo auch ihre Mythologie mit eingebracht, die besten Beispiele wären hierbei Platon's Ideen- und Seelenlehre. Zwar haben sie die Welt logisch und vernünftig gesehen, trotzdem hatte der Glauben fast immer eine wichtige Stelle in der Philosophie und Denkensweise antiker Philosophen. Man darf sie also nicht als frühe Atheisten sehen. (Keine Ahnung ob das die Frage war...ich wollt's nur sagen^^)
Theodizee - die Frage nach dem Leid
JBinthahouse: Deine persönliche Antwort auf die Theodozeen-Frage (wird die so geschrieben? Hab das schon wieder vergessen).
fronkschnonk: @JB
Es heißt Theodizee :)
Erstmal für alle, die es nicht wissen: Die Theodizeefrage ist die Frage nach dem Leiden in der Welt - sie hinterfragt die Gerechtigkeit, Güte und/oder sogar die Existenz Gottes angesichts des vorhandenen Übels.
Soll heißen: Wenn Gott allmächtig, gerecht und gütig ist, wie kann er dann zulassen, dass es Leid in der Welt gibt?
Zur Beantwortung sind zwei Betrachtungen notwendig:
1) Unterscheidung von Leid und Leid
Wir hätten da einmal das vom Menschen selbst geschaffene Leid (Kriege, Mord, Diebstahl, Umweltverschmutzung usw.). Das ist der einfachere Teil der Frage (finde ich). Hier fand ich immer ein Gleichnis einleuchtend: stellt man sich Gott als den Vater des Menschen da, der die Menschen liebt und achtet, dann gehört es dazu, dass er dem Menschen seine Freiheit lässt. Gott liebt demnach den Menschen so sehr, dass er es zulässt, dass er selbst entscheidet, wie er sich entwickelt und was er tut - wie eben auch jede Mutter und jeder Vater sein Kind irgendwann loslassen und es eigene (schmerzhafte) Fehler begehen lassen muss. Würde Gott das nicht zulassen, könnte man nicht wirklich von Liebe sprechen, sondern vielmehr von Egoismus - Liebe heißt eben den/die Geliebte/n gegen den eigenen Willen tun zu lassen was er/sie will.
Schwieriger wird es bei Leid, auf das der Mensch keinen Einfluss hat, wo insbesondere Naturkatastrophen in den Blick kommen. Eine unbefriedigende Antwort wäre, dass der Mensch ja selbst Schuld ist, wenn er sich am Fuß eines Vulkans oder in einem Erdbebengebiet ansiedelt. Das funktioniert aber nicht wirklich, weil es Stürme, Gewitter, Dürren usw. eigentlich überall auf der Welt gibt. Es bleibt also nichts übrig, als sich Gott genauer anzuschauen:
2) Gotteseigenschaften
Gern wird Gott zugesprochen, dass er allmächtig, gütig, allwissend und auch noch gerecht sei. Wenn auch diese Beschreibung schon oft vorgenommen wurde, wird man sie so nicht in der Bibel finden.
Wenn Gott nicht gütig oder gerecht wäre, hätte sich die ganze Frage schnell erledigt, das kann aber aus dem christlichen Kontext heraus nicht aufgehen. Gott ist nunmal das gute lebensbejahende Prinzip.
Die Allwissenheit, ob nun vertretbar oder nicht, ist wohl kaum relevant: nur weil jemand alles weiß, heißt es nicht, dass er dadurch in der Lage ist, Schlechtes zu verhindern.
Es bleibt das Attribut der Allmacht. Diese finden wir insbesondere nicht in der Bibel und auch kaum in traditionellen Schriften. Es gibt philosophische und philologische Betrachtungen zum Begriff der Allmacht, die ihn in sich unmöglich erscheinen lassen - alles ist irgendwie durch etwas bedingt.
So auch Gott, und sei es durch seine eigenen Entscheidungen: wenn Gott nunmal die Welt mit den Menschen geschaffen hat, denen er seine Liebe und Zugewandheit verheißen hat, mit denen er einen Bund eingegangen ist, dann hat er sich spätestens dann selbst beschränkt.
Gott ist also nicht allmächtig.
Die Wichtigkeit des Machtbegriffes würde ich im Kontext der Liebe deuten. Gott ist Liebe und entsprechend ist zwischenmenschlich und auch in Begegnung mit dem Leid Liebe als göttliches Prinzip das, was Leid, Tod, Trauer, kurz: das Übel in der Welt überwinden kann. Nicht unbedingt in dem Sinne, dass es das Übel immer verhindern kann, sondern dass es uns das Übel ertragen/verarbeiten lässt und uns seelisch nicht zerstört, wenn es einmal geschehen ist.
JBinthahouse: Aber wenn man nun davon ausgeht, dass die "Theorie der" Plattentheltonik (wirklich bewiesen ist sie nicht) stimmt und Gott die Welt erschaffen hat, wieso hat er, diese dann so erschaffen immerhin könnte er "seinen Kindern" somit Leid ersparen, was ja der Wunsch eines Elternteils ist?
fronkschnonk: @JB
Nun kommst du zu einer neuen Frage - nämlich der nach der Schöpfung. Grundsätzlich bleibt es dabei: wenn Gott etwas erschafft, setzt er Regeln, um das Sein desjenigen, was er schafft, zu ermöglichen. Regeln, die auch er dann nicht umgehen kann. Die Antwort wäre also, das die Erschaffung einer physischen Welt sich auch Regeln der Physik zu unterwerfen hat. Hier kommt dann die Naturwissenschaft ins Spiel, die erforscht, wie das alles zusammenhängt.
weißebohnen:fronkschnonk: ...stellt man sich Gott als den Vater des Menschen da, der die Menschen liebt und achtet, dann gehört es dazu, dass er dem Menschen seine Freiheit lässt. Gott liebt demnach den Menschen so sehr, dass er es zulässt, dass er selbst entscheidet, wie er sich entwickelt und was er tut - wie eben auch jede Mutter und jeder Vater sein Kind irgendwann loslassen und es eigene (schmerzhafte) Fehler begehen lassen muss.
Ist das nicht ein Widerspruch zur gesamten Religionsgemeinschaft ? Würde man das Gleichnis erweitern, würde Gott doch auch wollen das sich seine Kinder irgendwann abnabeln und Religion im Sinne von gemeinschaftlichem Gottesdienst würde somit der "Reifung des Menschen" im Wege stehen ?
fronkschnonk: @weißebohnen
Hmm... ich kann diesen Widerspruch nicht wirklich erkennen. Abgesehen davon, dass Gleichnisse sowieso immer nur aspektiv funktionieren (soll heißen, sie stellen einen bestimmten Aspekt in den Vordergrund, erheben aber keinen Anspruch auf umfassende Gültigkeit), gibt es doch eher wenig Eltern, die nicht Zeit ihres Lebens auch noch eine Gemeinschaft mit ihren Kindern haben.
Nur weil man sich von seinen Eltern insofern abnabelt, dass man seine eigenen Wege geht, steht man für gewöhnlich auch weiterhin in Beziehung mit ihnen und ist auch nicht von ihnen unabhängig (insbesondere seelisch/psychisch).
Kreationismus
Lywrath: Meine Frage an dich ist jetzt, wie stehst du zum Kreationismus. Wie die evangelische Kirche dazu steht ist mir bewusst, aber findest du, das sollte in Schulen gelehrt werden (und natürlich warum)?
iloveyou: Also was veranlast dich dazu an Gott zu glauben und nicht an die Evolutionsthorie ?
fronkschnonk: @Lywrath
Sicher, dass dir bewusst ist, wie die ev. Kirche dazu steht? (ich frag nur, weil soetwas gerne behauptet wird, ohne dass es unbedingt stimmt ^^)
Ich selber finde, dass Kreationismus ausgemachter Blödsinn ist. Ich kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum das für gewisse evangelikale Gruppierungen denn so schwierig ist, moderne Wissenschaft mit biblischen Berichten unter einen Hut zu bringen. Noch dazu ist der Kreationismus genau das, was dem Ansehen des Christentums mit am meisten schadet, weil von außen gerne pauschalisiert wird :(
In Schulen als gleichberechtigt zur Evolutionstheorie unterrichtet halte ich das sogar für sehr gefährlich, weil es das kritische/wissenschaftliche denken nicht einfordert. Wenn man allerdings in der Schule (im Religionsunterricht o.ä.) sich mit dem Schöpfungsbericht der Bibel befasst, finde ich das sinnvoll. Da kann dann auch gern darauf verwiesen werden, dass es Menschen gibt, die das wörtlich nehmen, aber genauso sollten auch andere Deutungsweisen vorgestellt werden und die eigenen Gedanken der Schüler vorkommen.
NichtHurz: Die wohl meistdiskutierte wissenschaftliche Theorie ist *döm döööm dööööööm* die Evolutionstheorie. Kaum etwas wird ja auch von den verschiedenen Kirchen so stark diskutiert. Gehen wir jetzt also von der evangelischen Ansicht aus, wie steht die evangelische Glaubensgemeinschaft der Evolutionstheorie, welche ja eigentlich gegen die gängige biblische Schöpfungsgeschichte steht.
fronkschnonk:@NichtHurz
Ich würde sagen, dass es auch hier, wie bei Wissenschaft allgemein ist. Die evangelischen Landeskirchen sehen in der Evolutionstheorie keinen Widerspruch zum biblischen Schöpfungsbericht.
Bei gewissen evangelikalen Gruppen, die dennoch Mitglieder der Landeskirchen sind, mag das anders sein, aber die vernachlässige ich hier mal ;)
Dieser Nicht-Widerspruch ergibt sich aus zwei Prämissen in der Bibelexegese(=Bibelauslegung/-interpretation) der modernen (evangelischen) Theologie und einer Erkenntnis in der Archäologie über das altorientalische Denken:
1) Biblische Texte sind immer in ihren Entstehungskontexten zu betrachten.
In Bezug auf den Schöpfungsbericht könnte das heißen, dass die Autoren von damals es nunmal nicht besser wussten und entsprechend sich der Entstehungstheorien- und mythen bedient haben, die für sie aktuell waren.
2) Viele biblische Texte wollen Wahrheiten über Grundwesenheiten der Menschen/Gottes/ihrer Beziehung erzählen
, nicht ein historischer Tatsachenbericht sein (sowas gab es damals im Grunde gar nicht).
Für den Schöpfungsbericht heißt das inbesondere: Wie ist der Mensch? Wie ist die Frau, wie der Mann? Was ist die Sünde?
3) Im alten Orient wurde aspektivisch, nicht perspektivisch gedacht.
Zur Verdeutlichung ist es hilfreich, sich altägyptische Zeichnungen anzuschauen. Da siehe man oft bei Figuren die Füße im Profil, beide in eine Richtung schauend, den Oberkörper frontal, den Kopf dann wieder im Profil.
Das heißt: es werden immer die jeweils interessanten Aspekte eines Gegenstandes in den Mittelpunkt gerückt.
Wenn nun vermeintliche Widersprüche sich im Schöpfungsbericht entdecken lassen, dann kann man getrost darauf verweisen, dass dabei ja dieser oder jener Aspekt gerade wichtig war und nicht, dass das dann in aller Konsequenz perfekt weiterdenkbar sein muss.
Allimania:fronkschnonk:
1) Biblische Texte sind immer in ihren Entstehungskontexten zu betrachten.
In Bezug auf den Schöpfungsbericht könnte das heißen, dass die Autoren von damals es nunmal nicht besser wussten und entsprechend sich der Entstehungstheorien- und mythen bedient haben, die für sie aktuell waren.
ich dachte immer, dass irgendwo in der bibel steht, dass gott sie selbst geschrieben hat...oder sowas in der art...
@Allimania
Sowas steht nicht in der Bibel, nein ;)
Es gibt höchstens Traditionen, in denen Texte bestimmten Autoren zugesprochen werden, (die ersten 5 Bücher Mose, die Evangelien von Matthäus, Johannes, Lukas und Markus, die Briefe des Paulus, das Hohelied Salomos...). Das sind aber zum großen Teil Traditionen, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten (nicht mal alle paulinischen Briefe sind von Paulus).
Was du wahrscheinlich meinst ist die Lehre von der Verbalinspiration, also die Vorstellung, Gott oder der heilige Geist, habe den Verfassern der Texte die Worte eingegeben, sie also sozusagen nur als Werkzeug benutzt. MMn gibt es aber nichts, was diese Annahme bestätigt oder irgendwie erforderlich machen würde.
Werden in Krisenzeiten eher religiöse Ansichten vertreten als in Zeiten von Frieden und Wohlstand?
Lywrath: Lässt sich belegen, dass sich der Glaube bzw. die bereitschaft an einen Gott zu glauben, sich mit der zeit ändert, d.h. z.B in kriesenzeiten mehr und in zeiten des Wohlstndes bzw. des Friedens weniger Leute Religiöse Ansichten vertreten und an einen Gott glauben?
fronkschnonk: Deine (...) Frage ist schwierig, da man dafür eine sehr umfassende Studie (über einen langen Zeitraum, mit vielen Menschen, in verschieden Regionen auf der Welt) durchführen müsste, um einigermaßen sichere Daten zu haben.
Ich selbst bin der Meinung, dass Menschen zu gewissen religiösen Praktiken/Verhaltensweisen neigen. Im Moment ist teilweise eine Tendenz weg von den klassischen Religionen hin zu esoterischen Strömungen und vermeintlich areligiösen Weltanschauungen zu erkennen.
Entsprechend widerspreche ich der These, in Krisenzeiten würde Religion mehr vertreten. Allerdings stimme ich zu, dass in Krisenzeiten Religionen (wie auch Weltanschauungen) "lauter" hervortreten, weil dann extremere Formen und Fanatismus mehr Zulauf haben.
Wie steht das evangelische Christentum zu anderen Glaubensrichtungen und zur Mission?
NichtHurz: Wie ist die evangelische Linie im Bezug auf andere Glaubensrichtungen und die Missionierung ihrer Anhänhger? Gibt es so etwas überhaupt oder findet sich hier nur eine allgemein christliche Linie?
fronkschnonk: @NichtHurz
Deine erste Frage ist gleich ein ziemlicher Hammer ;)
Der Umgang mit anderen Glaubensrichtungen und die Frage, inwiefern Mission betrieben werden darf/kann sind wohl zwei der häufigsten Gründe innerkirchlicher Meinungsverschiedenheiten. Entsprechend wird es auch schwer fallen beim evangelischen Christentum eine allgemeine Linie zu finden - gerade bei uns Protestanten ist sowas sowieso immer schwierig, weil es keine festgelegte Lehrmeinung gibt (Priestertum aller Gläubigen).
Man wird also nicht umhinkönnen sich die einzelnen Gruppierungen bei den Protestanten anzusehen. Dabei findet man schnell heraus, dass von Verurteilung anderer Religionen bis zu ökumenischer Offenheit und Begegnungsfreude, von aggressiver Mission (sogar in Mecklenburg Vorpommern ^^) bis zu Eigenbrötlerischkeit oder sehr liberalen Haltungen alles vertreten wird.
Der Einfachheit halber stell ich einfach mal meine Meinung dar. Ich selbst werde wohl am ehesten als liberaler Lutheraner einzustufen sein. Gegenüber unseren Lieblingsfeinden, den Katholiken (^^), schließe ich mich der allgemein offenen ökumenischen Haltung an (heißt, zusammen Abendmahl feiern, eigentlich sind wir eine Kirche, weil wir eine Gemeinschaft der Christen sind), aber zugleich grenze ich mich gegen einige katholische Lehren klar ab, weil sie ganz wesentlichen Grundfesten meines Glaubens widersprechen.
Was andere Glaubensrichtungen betrifft bin ich tolerant und interessiere mich grundsätzlich sehr dafür. Wer einmal die Avalon-Bücher von Marion Zimmer Bradley gelesen hat, findet darin eine mir sehr sympathische Sichtweise auf die Religionsvielfalt in unserer Welt:
Alle Religionen, alle Götter usw. sind Erscheinungsformen einer einzigen Gottheit oder eines einzigen göttlichen Wesens. In jeder Religion gibt es also wichtige und richtige Aspekte des Göttlichen, aber jede Religion ist zugleich auch von menschlichen Einflüssen durchwirkt, die nunmal nicht göttlich sind, sondern mit Fehlern behaftet - fehlen/irren ist eben menschlich :)
Strenger aus evangelischer Sicht hat das der Theologe Paul Tillich beschrieben:
Es gibt Gruppen in denen der göttliche Geist manifest und Gruppen in denen er latent in Erscheinung tritt. Eine christliche Kirche z.B., die sich offen zum christlichen Gott bekennt und in ihrer Gemeinschaft christlich wirkt ist eine manifeste Gemeinschaft des göttlichen Geistes. Eine solche Kirche muss dies aber nicht sein, wenn sie den "falschen" Weg einschlägt. Typisches Beispiel dafür wäre ein (leider viel zu großer) Teil der evangelischen, der sich im 3. Reich den Nazis untergeordnet und mit ihnen zusammengearbeitet hat. Eine solche Kirche mag sich zwar offen auf Gott berufen, wird aber schwerlich vom heiligen Geist erfasst sein.
Dagegen ist es dann also womöglich sogar notwendig, dass latente Gruppen des göttlichen Geistes gegen die Kirche vorgehen, die vom richtigen Weg abgekommen ist. Diese Gruppe muss sich dann gar nicht auf Gott berufen, was aber nicht heißt, dass in ihrer Gemeinschaft nicht der heilige Geist wirken könnte.
Diese Sichtweise finde ich sehr spannend, weil sie sämtliche christliche Kirchen auf ihre Fehlbarkeit hinweist und darauf, dass sie in ihrem (Lippen-?)Bekenntnis allein nicht gleich göttlich ist. Noch dazu werden damit auch nichtchristliche Gruppen entsprechend ihrer Anliegen und Wirkungen gewürdigt.
Mission ist für mich etwas, was nicht unter Zwang geschehen kann. Also irgendwo hingehen, mit dem primären Ziel, Menschen zu Christen zu machen, halte ich für ziemlichen Blödsinn. Das sehe ich deshalb so, weil es eigentlich nicht primäres Ziel eines Christen sein kann jemanden dem Label "Christ" einzuverleiben, sondern weil es wichtig ist, den anderen Menschen christliches Wirken in Wort und Tat angedeihen zu lassen. Das heißt für mich, meinen Mitmenschen mit Nächstenliebe zu begegnen und ihnen zu erzählen, was ich denke und glaube, wenn sie danach fragen. Dabei muss es dann auch gar nicht speziell um meinen Glauben gehen.
Wenn jemand durch die Begegnung mit Christen "christlich" handelt und/oder denkt ist mMn deutlich mehr gewonnen, als wenn jemand sich taufen lässt und sich offen zum Christentum bekennt.
Die evangelische Kirche und die Wissenschaft
NichtHurz: Wie steht die evangelische Kirche (in ihren Grundsätzen) zur Wissenschaft bzw. wissenschaftlichen Theorien die im Gegensatz zur christlichen Weltanschauung stehen?
fronkschnonk: Zu deiner zweiten Frage (wie steht die evangelische Kirche zur Wissenschaft?)
Hier stellt sich die Frage, ob es überhaupt (gängige) wissenschaftliche Theorien gibt, die im Gegensatz zur christlichen Weltanschauung stehen. In meinen Augen kann man eine christliche Lehre nicht festlegen, weshalb ein Widerspruch zu den Naturwissenschaften auch immer nur bei den einzelnen evangelischen Gruppierungen individuell zu suchen ist.
Die evangelischen Landeskirchen und die EKD stehen den Naturwissenschaften aufgeschlossen gegenüber. Eigentlich ist hier kein Widerspruch erkennbar - die Naturwissenschaften beschreiben die Welt, die (in welcher Form auch immer) Gottes Schöpfung ist. Da gibts eigentlich keinen Konfliktpunkt.
Wenn du auf bestimmte Widersprüche hinauswillst, musst du sie mir schon konkret nennen.
Pastafarismus
NichtHurz: Was hältst du von Dingen wie dem Pastafarismus? (kennste?)
JB:PASTAFARI! ![[ugly_confused] [ugly_confused]](images/smileys/ugly_confused.gif)
fronkschnonk: Pastafarismus? Heil dem FSM! ;)
Da die göttlichen Nudeln mit ihren heiligen Fleischbällchen in Abgrenzung gegen Kreationisten in den USA entstanden sind, kann ich das nur gutheißen :)
Kann ich die Bibel überhaupt ernst nehmen, wenn einzelne Stellen in ihr nicht ernst zu nehmen sind?
Allimania: Wenn die bibel nicht immer ernst zu nehmen ist (schöpfungsgeschichte) ist sie dann überhaupt ernst zu nehmen?
fronkschnonk: @Allimania
Die Bibel ist als ein Glaubenzeugnis ernst zu nehmen (meine Meinung). Sie ist eine Sammlung von Schriften, die von Menschen geschrieben wurden, die Erfahrungen mit Gott gemacht haben.
Als von Menschen geschrieben, muss man also auch die Bibel kritisch auf die historischen, kulturellen (usw.) Kontexte hin beleuchten in denen ihre Texte entstanden sind (und teils später nachbearbeitet wurden).
Der besondere Stellenwert der Bibel rechtfertigt sich dadurch, dass in ihr Zeugnis von den stiftenden Ereignissen des Christentums (bzw. im AT auch des Judentums) abgelegt ist.
Deine Frage ist so gesehen auch "falsch" gestellt, weil es keine Stellen in der Bibel gibt, die ich nicht ernst nehme - ich nehme sie in ihrem jeweiligen Entstehungskontext ernst. Das heißt aber eben gerade nicht, dass ich alles, was in der Bibel steht, 1 zu 1 für mich zu übernehmen habe.
Ist es normal, zu zweifeln?
joni19196: ist es normal, dass ich als getaufter christ zur zeit (bin 16 jahre alt) so eine art atheistische phase(wenn es denn eine phase bleibt) habe....ich weiß auch nicht, aber irgendwie kann ich zur zeit nicht an sowas wie gott denken
fronkschnonk: Generell ist es normal, zu zweifeln. Je nachdem wie stark deine Zweifel sind und wie du/dein Umfeld damit umgeht, bleibst du entweder beim Glauben oder auch nicht.
Mir hat geholfen, mir zu vergegenwärtigen, was den für mich gute Erfahrungen in Bezug auf Kirche/Glaube/Christentum sind. Diese Erfahrungen sind mMn nach der eigentliche Grund für Glauben, nicht irgendwelche abstrakten Erklärungsversuche. Wenn du dich also zu etwas in der Kirche hingezogen fühlst oder dich da an etwas gern erinnerst, dann schau doch einfach mal, ob das noch immer reizvoll für dich ist - vielleicht ist das ja genau die Stelle an der du Gott begegnest.
Wenn nicht... dann nicht ;)
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#2
... 20.07.2012
... so zwischen 12:32 und 13:56 Uhr
... neu!
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» reply
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IAmFromAustria
Vivas Noctus!
11.175 Punkte, Rang:
Fleischpeitsche
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Eine Frage die, glaub ich, jeden beschäftigt:
Was passiert dMn nach dem Tod?
Ich meine:
Kommen wir in eine Art parallel-Welt (Himmel, Limbo, Hölle, etc.)
Können wir uns an das, was hier auf der Erde passiert ist erinnern?
Hat unser Leben Hier auf der Erde auswirkungen auf das, was danach kommt?
Mir ist natürlich klar, dass du mir diese Fragen nicht richtig beantworten kannst, aber ich möchte gern die Meinung eines Theologen hören.
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#3
... 20.07.2012
... so zwischen 13:28 und 14:52 Uhr
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JBinthahouse
tanzt mit Drachen
45.905 Punkte, Rang:
Space Hulk
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Post wurde zuletzt am 20.07.2012 um 14:18
Uhr von JBinthahouse editiert. Der alte Haxx0r!
Deine persönliche Antwort auf die Theodozeen-Frage (wird die so geschrieben? Hab das schon wieder vergessen).
(Vllt. schließt Nancy sich hier auch noch an ![[square] [square]](images/smileys/square.gif) )
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#4
... 20.07.2012
... so zwischen 13:36 und 15:00 Uhr
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Lywrath
Gott nochmal verdammt
42.125 Punkte, Rang:
Space Hulk
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Post wurde zuletzt am 20.07.2012 um 14:20
Uhr von Lywrath editiert. Der alte Haxx0r!
Nette Idee, I like.
Meine Frage an dich ist jetzt, wie stehst du zum Kreationismus. Wie die evangelische Kirche dazu steht ist mir bewusst, aber findest du, das sollte in Schulen gelehrt werden (und natürlich warum)?
Und: Lässt sich belegen, dass sich der Glaube bzw. die bereitschaft an einen Gott zu glauben, sich mit der zeit ändert, d.h. z.B in kriesenzeiten mehr und in zeiten des Wohlstndes bzw. des Friedens weniger Leute Religiöse Ansichten vertreten und an einen Gott glauben?
MFG
E: ja Nancy könnte sich hier gut mitmischen. Am besten währe natürlich wenn sie katholische theologie studieren würde. So könnte man beide Seiten höhren.
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#5
... 20.07.2012
... so zwischen 13:49 und 15:13 Uhr
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NichtHurz
Waterpumpee
7.508 Punkte, Rang:
Bart
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Post wurde zuletzt am 20.07.2012 um 14:41
Uhr von NichtHurz editiert. Der alte Haxx0r!
Nancy studiert soweit ich weiß Religion und Geschichte auf Lehramt, insofern wäre ihr Wissen allgemeiner und sie kann bestimmt einiges zur historischen Seite und Verbindungen zu anderen Religionen beitragen ;)
Meine Fragen:
Wie ist die evangelische Linie im Bezug auf andere Glaubensrichtungen und die Missionierung ihrer Anhänhger? Gibt es so etwas überhaupt oder findet sich hier nur eine allgemein christliche Linie?
Wie steht die evangelische Kirche (in ihren Grundsätzen) zur Wissenschaft bzw. wissenschaftlichen Theorien die im Gegensatz zur christlichen Weltanschauung stehen?
Noch eine kleine OT Frage nebenbei: Was hältst du von Dingen wie dem Pastafarismus? (kennste?)
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#6
... 20.07.2012
... so zwischen 13:58 und 15:22 Uhr
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Juliet
Fedebonalisiert
694 Punkte, Rang:
Real Flanders
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Post wurde zuletzt am 20.07.2012 um 14:47
Uhr von Juliet editiert. Der alte Haxx0r!
Sry, muss meine Frage nochmal ausarbeiten...
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#7
... 20.07.2012
... so zwischen 14:10 und 15:34 Uhr
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JBinthahouse
tanzt mit Drachen
45.905 Punkte, Rang:
Space Hulk
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PASTAFARI! ![[ugly_confused] [ugly_confused]](images/smileys/ugly_confused.gif)
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#8
... 20.07.2012
... so zwischen 14:11 und 15:35 Uhr
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Allimania
↑ hat etwas Kot am Auge ↑
Kot am Fuß? :D
↑ hat auch Kot am Fuß ↑
1.140 Punkte, Rang:
Epic-User
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die frage ist ja: wenn die bibel nicht immer ernst zu nehmen ist (schöpfungsgeschichte) ist sie dann überhaupt ernst zu nehmen.
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#9
... 20.07.2012
... so zwischen 14:37 und 16:01 Uhr
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iloveyou
Roadrunner :-)
1.961 Punkte, Rang:
Serious User
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Wieso glaubst du an Gott ?
Also was veranlast dich dazu an Gott zu glauben und nicht an die Evolutionsthorie ?
Glaubst du Gott hat alles erschffen oder an Adam und Eva ?
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#10
... 20.07.2012
... so zwischen 15:05 und 16:29 Uhr
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Deepdead
klingenmeister.deviantart
2.289 Punkte, Rang:
This is Madness
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Ich glaube das größte Problem, das ich häufig im Internet zu sehen bekomme, ist, dass die meisten das Klischeebild von einem US-amerikanischen Radikalen im Kopf haben.
Also was veranlast dich dazu an Gott zu glauben und nicht an die Evolutionsthorie ?
What if i told you, you can believe in both? ;)
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#11
... 20.07.2012
... so zwischen 15:56 und 17:20 Uhr
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fronkschnonk
TLO-loge
25.913 Punkte, Rang:
Nautilus
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Oh - krass, so viele Reaktionen in so kurzer Zeit hätte ich nicht erwartet o.O
Mal sehen, wie meine Zeit die Beanwortung erlaubt :)
@IAmFromAustria
Wie du schon richtig erkannt hast, kann ich dir natürlich keine abschließende Antwort geben, aber durchaus ein bisschen was dazu erzählen.
Bei der Jenseitsvorstellung des Christentums, ist es wichtig zu wissen, woher so die Denktraditionen kommen. Da gibt es zwei wesentliche bereits vor dem Christentum:
1) Platonisches (oder auch sokratisches) Verständnis
Platon ging von der Unsterblichkeit der reinen Seele aus, die Zeit des irdischen Lebens an den sterblichen unreinen Körper gebunden war. Der Körper war demnach ein unheilvolles Gefängnis für das höhere geistige Wesen des Menschen. Das hat auch zur Folge, das der Tod als Befreiung vom Körper sogar zu begrüßen ist. Hiervon hat sich im wesentlichen die christliche Vorstellung von der guten unsterblichen Seele und dem sündigen sterblichen Fleisch (aka Körper) abgeleitet.
(Augustin hat das später noch verkompliziert und ganze 4 verschiedene Todesarten unterschieden, abre das führt hier zu weit ^^).
Nach dieser hellenistisch beeinflussten (oder "platonisch verdorbenen" wie einer meiner Profs gern sagt ^^) Tradition lebt die Seele nach dem Tod weiter und wird dann am jüngsten Tag gerichtet - wie auch immer das aussehen mag, um letztendlich in den Himmel zu kommen.
Fegefeuer und Hölle werden inzwischen nicht mal mehr von der katholischen Kirche vertreten.
2) Biblisch-jüdische Tradition
Hier wird es für unser europäisch, hellenistisch geprägtes Denken schwierig. Die alten Hebräer hatten kein klare Unterscheidung zwischen Seele und Körper. Es gibt zwar Begriffe, die sich entweder eher als Körper oder Seele übersetzen lassen, aber im Grunde wird damit immer nur ein Aspekt des Wortes übersetzt.
Der typische mit "Seele" übersetzte Begriff nefesch meint eher soviel wie "Lebenskraft" oder "Hauch"/"Odem" und damit den ganzen Menschen, sowohl in seiner seelischen als auch seiner körperlichen Gestalt (ohne dass diese Differenz dabei aufgemacht wird). Dementsprechend sind Körper und Seele nicht zu trennen, weshalb Tod auch immer ganz Tod bedeutet (stirbt das eine, stirbt auch das andere).
Leben wird im AT (=altes Testament) als in Beziehung zu Gott stehen dargestellt. Tod heißt also das Gegenteil: die absolute Beziehungslosigkeit. Deshalb war es im frühen Judentum auch Ziel, ein gutes und gottgefälliges Leben zu führen, nicht auf ein Sein nach dem Leben abzuzielen.
Diese Tradition haben sich Theologen des 19. und besonders des 20. Jh. wieder zueigen gemacht. Entsprechend haben sie die hellenistischen Einflüsse im Christentum analysiert und verworfen und in Bezug auf die biblische Tradition des Ganztodthese entwickelt:
Stirbt ein Mensch (oder Christ?), stirbt er ganz - Seele und Leib. Von hier aus scheiden sich aber wieder die Geister, denn die Frage bleibt, wie man die Wiederauferstehung jetzt da mit reinkriegt.
Eine Variante ist zu sagen, dass eine ganze, vollkommene Auferstehung ja nur stattfinden kann, wenn der Mensch auch wirklich ganz Tod war. Dementsprechend gäbe es dann eine Auferstehung irgendwann nach dem Tod (z.B. am jüngsten Tag) und dann ein "Leben im Himmel" - wie auch immer das aussehen mag.
Ich tendiere eher zu der Variante, das ganz Tod nicht nur komplett, sondern auch endgültig Tod meint. Die Rede von Himmel, Auferstehung usw. würde ich eher als Metaphern sehen für etwas, was bereits im Leben (und nur da, denn nach dem Tod ist nach dieser These nichts mehr) stattfinden kann. Das heißt, der Mensch wird mit der Taufe oder vielleicht auch nur mit dem Glauben an Gott/Jesus/Kreuz wiedergeboren und lebt weiter im Zustand der Rechtfertigung seiner Sünden und hat sozusagen den "Himmel auf Erden" bzw. ist dazu angehalten ihn zu schaffen.
Ich hoffe das war nicht zu viel - ich hab versucht, mich kurz zu fassen ;)
So - jetzt muss ich erstmal an meiner Hausarbeit weiter machen. Die nächste Antwort kommt später :)
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#12
... 20.07.2012
... so zwischen 16:25 und 17:49 Uhr
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fronkschnonk
TLO-loge
25.913 Punkte, Rang:
Nautilus
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Post wurde zuletzt am 20.07.2012 um 17:08
Uhr von fronkschnonk editiert. Der alte Haxx0r!
Der Übersichtlichkeit halber mach ich Mehrfachposts. Ich hoffe, das wird geduldet. Wenn nicht, bitte nicht sofort lösche, damit ich die Antworten noch in einen anderen Post kopieren kann.
@JB
Es heißt Theodizee :)
Erstmal für alle, die es nicht wissen: Die Theodizeefrage ist die Frage nach dem Leiden in der Welt - sie hinterfragt die Gerechtigkeit, Güte und/oder sogar die Existenz Gottes angesichts des vorhandenen Übels.
Soll heißen: Wenn Gott allmächtig, gerecht und gütig ist, wie kann er dann zulassen, dass es Leid in der Welt gibt?
Zur Beantwortung sind zwei Betrachtungen notwendig:
1) Unterscheidung von Leid und Leid
Wir hätten da einmal das vom Menschen selbst geschaffene Leid (Kriege, Mord, Diebstahl, Umweltverschmutzung usw.). Das ist der einfachere Teil der Frage (finde ich). Hier fand ich immer ein Gleichnis einleuchtend: stellt man sich Gott als den Vater des Menschen da, der die Menschen liebt und achtet, dann gehört es dazu, dass er dem Menschen seine Freiheit lässt. Gott liebt demnach den Menschen so sehr, dass er es zulässt, dass er selbst entscheidet, wie er sich entwickelt und was er tut - wie eben auch jede Mutter und jeder Vater sein Kind irgendwann loslassen und es eigene (schmerzhafte) Fehler begehen lassen muss. Würde Gott das nicht zulassen, könnte man nicht wirklich von Liebe sprechen, sondern vielmehr von Egoismus - Liebe heißt eben den/die Geliebte/n gegen den eigenen Willen tun zu lassen was er/sie will.
Schwieriger wird es bei Leid, auf das der Mensch keinen Einfluss hat, wo insbesondere Naturkatastrophen in den Blick kommen. Eine unbefriedigende Antwort wäre, dass der Mensch ja selbst Schuld ist, wenn er sich am Fuß eines Vulkans oder in einem Erdbebengebiet ansiedelt. Das funktioniert aber nicht wirklich, weil es Stürme, Gewitter, Dürren usw. eigentlich überall auf der Welt gibt. Es bleibt also nichts übrig, als sich Gott genauer anzuschauen:
2) Gotteseigenschaften
Gern wird Gott zugesprochen, dass er allmächtig, gütig, allwissend und auch noch gerecht sei. Wenn auch diese Beschreibung schon oft vorgenommen wurde, wird man sie so nicht in der Bibel finden.
Wenn Gott nicht gütig oder gerecht wäre, hätte sich die ganze Frage schnell erledigt, das kann aber aus dem christlichen Kontext heraus nicht aufgehen. Gott ist nunmal das gute lebensbejahende Prinzip.
Die Allwissenheit, ob nun vertretbar oder nicht, ist wohl kaum relevant: nur weil jemand alles weiß, heißt es nicht, dass er dadurch in der Lage ist, Schlechtes zu verhindern.
Es bleibt das Attribut der Allmacht. Diese finden wir insbesondere nicht in der Bibel und auch kaum in traditionellen Schriften. Es gibt philosophische und philologische Betrachtungen zum Begriff der Allmacht, die ihn in sich unmöglich erscheinen lassen - alles ist irgendwie durch etwas bedingt.
So auch Gott, und sei es durch seine eigenen Entscheidungen: wenn Gott nunmal die Welt mit den Menschen geschaffen hat, denen er seine Liebe und Zugewandheit verheißen hat, mit denen er einen Bund eingegangen ist, dann hat er sich spätestens dann selbst beschränkt.
Gott ist also nicht allmächtig.
Die Wichtigkeit des Machtbegriffes würde ich im Kontext der Liebe deuten. Gott ist Liebe und entsprechend ist zwischenmenschlich und auch in Begegnung mit dem Leid Liebe als göttliches Prinzip das, was Leid, Tod, Trauer, kurz: das Übel in der Welt überwinden kann. Nicht unbedingt in dem Sinne, dass es das Übel immer verhindern kann, sondern dass es uns das Übel ertragen/verarbeiten lässt und uns seelisch nicht zerstört, wenn es einmal geschehen ist.
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#13
... 20.07.2012
... so zwischen 16:40 und 18:04 Uhr
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JBinthahouse
tanzt mit Drachen
45.905 Punkte, Rang:
Space Hulk
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Aber wenn man nun davon ausgeht, dass die "Theorie der" Plattentheltonik (wirklich bewiesen ist sie nicht) stimmt und Gott die Welt erschaffen hat, wieso hat er, diese dann so erschaffen immerhin könnte er "seinen Kindern" somit Leid ersparen, was ja der Wunsch eines Elternteils ist?
Andere Frage:
Wie würdest du es erklären, dass Menschen auch an andere Götter (Zeus, Re etc.) geglaubt haben? Haben diese jemals exsistiert oder wurden die als Illusion von Gott erschaffen?
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#14
... 20.07.2012
... so zwischen 17:19 und 18:43 Uhr
... neu!
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Juliet
Fedebonalisiert
694 Punkte, Rang:
Real Flanders
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Kleine Frage, ist das hier sozusagen dein Thread^^, oder darf man sich auch in die Diskussionen einklinken, wenn man mag?
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#15
... 20.07.2012
... so zwischen 17:22 und 18:46 Uhr
... neu!
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JBinthahouse
tanzt mit Drachen
45.905 Punkte, Rang:
Space Hulk
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Ich glaube man darf sich mit "einklinken"
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#16
... 20.07.2012
... so zwischen 18:18 und 19:42 Uhr
... neu!
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fronkschnonk
TLO-loge
25.913 Punkte, Rang:
Nautilus
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@Juliet
Ich mag Klinken :)
Mein Thread bleibt es aber dennoch, was aber nicht heißt, dass andere Meinungen/Beiträge/whatever nicht willkommen wären. Solange hier alles sachlich und höflich bleibt, sehe ich da kein Problem.
@JB
Nun kommst du zu einer neuen Frage - nämlich der nach der Schöpfung. Grundsätzlich bleibt es dabei: wenn Gott etwas erschafft, setzt er Regeln, um das Sein desjenigen, was er schafft, zu ermöglichen. Regeln, die auch er dann nicht umgehen kann. Die Antwort wäre also, das die Erschaffung einer physischen Welt sich auch Regeln der Physik zu unterwerfen hat. Hier kommt dann die Naturwissenschaft ins Spiel, die erforscht, wie das alles zusammenhängt.
Zur anderen Frage komm ich später - jetzt sind erstmal die anderen dran :)
@Lywrath
Sicher, dass dir bewusst ist, wie die ev. Kirche dazu steht? (ich frag nur, weil soetwas gerne behauptet wird, ohne dass es unbedingt stimmt ^^)
Ich selber finde, dass Kreationismus ausgemachter Blödsinn ist. Ich kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum das für gewisse evangelikale Gruppierungen denn so schwierig ist, moderne Wissenschaft mit biblischen Berichten unter einen Hut zu bringen. Noch dazu ist der Kreationismus genau das, was dem Ansehen des Christentums mit am meisten schadet, weil von außen gerne pauschalisiert wird :(
In Schulen als gleichberechtigt zur Evolutionstheorie unterrichtet halte ich das sogar für sehr gefährlich, weil es das kritische/wissenschaftliche denken nicht einfordert. Wenn man allerdings in der Schule (im Religionsunterricht o.ä.) sich mit dem Schöpfungsbericht der Bibel befasst, finde ich das sinnvoll. Da kann dann auch gern darauf verwiesen werden, dass es Menschen gibt, die das wörtlich nehmen, aber genauso sollten auch andere Deutungsweisen vorgestellt werden und die eigenen Gedanken der Schüler vorkommen.
Deine zweite Frage ist schwierig, da man dafür eine sehr umfassende Studie (über einen langen Zeitraum, mit vielen Menschen, in verschieden Regionen auf der Welt) durchführen müsste, um einigermaßen sichere Daten zu haben.
Ich selbst bin der Meinung, dass Menschen zu gewissen religiösen Praktiken/Verhaltensweisen neigen. Im Moment ist teilweise eine Tendenz weg von den klassischen Religionen hin zu esoterischen Strömungen und vermeintlich areligiösen Weltanschauungen zu erkennen.
Entsprechend widerspreche ich der These, in Krisenzeiten würde Religion mehr vertreten. Allerdings stimme ich zu, dass in Krisenzeiten Religionen (wie auch Weltanschauungen) "lauter" hervortreten, weil dann extremere Formen und Fanatismus mehr Zulauf haben.
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#17
... 20.07.2012
... so zwischen 19:21 und 20:45 Uhr
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joni19196
redstone ftw
1.183 Punkte, Rang:
Epic-User
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frage 1)
warum hast du dich für ein theologiestudium entschieden
frage 2)
ist es normal, dass ich als getaufter christ zur zeit (bin 16 jahre alt) so eine art atheistische phase(wenn es denn eine phase bleibt) habe....ich weiß auch nicht, aber irgendwie kann ich zur zeit nicht an sowas wie gott denken
frage 3)
bist du katholisch oder evangelisch oder eine andere form des christlichen glaubens
frage an die allgemeinheit 1)
gibt es hier auch leute anderer religionen, die ihre ansichten mir erklären könnten...ich bin zur zeit irgendwie auf der suche nach einem neuen glauben.....glaub ich
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#18
... 20.07.2012
... so zwischen 19:58 und 21:22 Uhr
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JBinthahouse
tanzt mit Drachen
45.905 Punkte, Rang:
Space Hulk
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@joni19196 Wie Fronk schon im Startpost geschrieben hat studiert er evangelische Theologie
PASTAFARI!!
Nein jetzt mal ernsthaft. Es ist nicht so, dass ich komplett der Wissenschaft vertraue immerhin sind viele Dinge durch einen Gott oder Götter sehr viel leichter zu erklären. Ich persönliche find es vorallem bewunderswert, wie andere Religionen das Weltbild erklären. Die 3 Weltreligionen finde ich persönlich recht uninteressant.
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#19
... 20.07.2012
... so zwischen 22:40 und 00:04 Uhr
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scOUT
1.201 Punkte, Rang:
Epic-User
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fronkschnonk, ich muss dich loben! Deine Texte sind echt toll zu lesen.
Weiter so! (es tut mir leid, dass ich keine Frage stelle)
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#20
... 20.07.2012
... so zwischen 22:58 und 00:22 Uhr
... neu!
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weißebohnen
mag Hundebabys
408 Punkte, Rang:
Eco-Raper
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fronkschnonk: ...stellt man sich Gott als den Vater des Menschen da, der die Menschen liebt und achtet, dann gehört es dazu, dass er dem Menschen seine Freiheit lässt. Gott liebt demnach den Menschen so sehr, dass er es zulässt, dass er selbst entscheidet, wie er sich entwickelt und was er tut - wie eben auch jede Mutter und jeder Vater sein Kind irgendwann loslassen und es eigene (schmerzhafte) Fehler begehen lassen muss.
Ist das nicht ein Widerspruch zur gesamten Religionsgemeinschaft ? Würde man das Gleichnis erweitern, würde Gott doch auch wollen das sich seine Kinder irgendwann abnabeln und Religion im Sinne von gemeinschaftlichem Gottesdienst würde somit der "Reifung des Menschen" im Wege stehen ?
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